Das Tool performt so gut wie der Mensch der es benutzt.

Seit Mitte 2023 nutze ich AI. Zuerst aus Neugier, dann täglich, dann stündlich. In manchen Wochen 60 Stunden. Im Schnitt 30 bis 40. Das ist basically mein Fulltime-Job — nur dass die meisten Menschen nicht wissen, dass man AI SO nutzen kann.

Nicht für "schreib mir eine E-Mail." Für alles. Möbelkonstruktion. Code-Architektur. Entscheidungen. Mustererkennung. Emotionale Verarbeitung. Content. Diesen Text.

Die Ergebnisse die ich kriege sehen komplett anders aus als das was die meisten von AI kennen. Nicht weil die AI besser ist. Sondern weil das Problem nie die AI war.

I

Die erste Antwort ist der Anfang.

Das ist der grösste Fehler den ich sehe. Jemand gibt einen Prompt ein, kriegt eine Antwort, und nimmt sie. Fertig. "AI ist halt nur so mittel."

Nein. Du hast aufgehört bevor es gut wurde.

Wenn ich eine Antwort kriege, prüfe ich sie. Nicht ob sie "gut" ist — ob sie STIMMT. Ob sie das trifft was ich meine. Meistens nicht beim ersten Mal. Also sage ich konkret was nicht passt und wohin es soll. Nicht "mach das nochmal" — sondern: "Das hier ist zu distanziert. Ich will es persönlicher, weil der Leser soll das Gefühl haben, er wäre dabei gewesen."

Manchmal reicht auch einfach: "Das ist nicht echt." Weil ich es in der ersten Zeile spüre wenn eine Antwort performed statt reflektiert.

Und dann nochmal. Und nochmal. Bis es sitzt. Manchmal in 2 Anläufen. Manchmal in 10.

II

Filter setzen.

Stell dir vor du willst ein Notebook kaufen. Du gehst auf eine Webseite und suchst "Notebook." 50'000 Ergebnisse. Unbrauchbar.

Jetzt setzt du Filter. 14 Zoll. Mindestens 16GB RAM. SSD 512GB. Unter 1500 CHF. Bewertung über 4 Sterne. Plötzlich 12 Ergebnisse. Und darunter ist genau das was du suchst.

Prompts funktionieren gleich. Je mehr Filter du setzt, desto präziser das Ergebnis.

"Mach mir eine Webseite" — das ist die Suche ohne Filter. 50'000 mögliche Ergebnisse, alle generisch, alle austauschbar.

"Mach mir eine Webseite die nobel, modern und elegant ist. Subtile Animationen. Sie soll leben, sie soll atmen, sie soll Impulse geben. Kein Framework, kein Baukasten — reines HTML, CSS und JavaScript. Dark Mode als Default. Sound Design auf Hover und Klick. Der Cursor soll einen Trail haben. Und ein Easter Egg mit dem Konami Code."

Das sind 12 Filter. Und das Ergebnis ist eine komplett andere Webseite.

III

Kontext ist alles.

AI ist ein Spiegel. Was du reinwirfst, kommt verstärkt zurück. Gibst du Oberflächliches rein, kommt Oberflächliches raus. Gibst du Tiefe rein, kommt Tiefe raus.

Je mehr die AI über dich weiss — wie du denkst, wie du schreibst, was du gut findest, was du hasst — desto besser wird jede Antwort. Nicht weil sie klüger wird, sondern weil sie dich besser SPIEGELN kann.

Was dabei hilft: sammle dein Wissen an einem Ort. Ich habe ein System in Notion das mein Kontextwissen bündelt — Projekte, Prinzipien, Schreibstil, Entscheidungsfilter. Wenn ich einen neuen Chat starte, sage ich: "Lies zuerst das hier." Die AI lädt meinen Kontext, und jede Antwort danach ist eine andere als ohne.

Das Problem ist: wer schon länger mit AI arbeitet, hat irgendwann so viel Material generiert, dass man darin ertrinkt. Ich habe im letzten Jahr 50'000 Seiten an Chat-Daten angehäuft. Da steckt alles drin — wie ich denke, wie ich entscheide, was funktioniert hat, was nicht. Aber damit kann man so nichts mehr anfangen. Es ist zu viel. Es überrollt einen.

Genau dafür habe ich mir PDFs to Agents gebaut. Nicht um alles nochmal zu lesen — sondern um aus diesen riesigen Datenmengen das Wesentliche zu destillieren. Die grösseren Muster rauszuziehen. Eine Grund-Base zu haben, mit der man wieder arbeiten kann, anstatt in den eigenen Daten zu ertrinken.

Falls du schon viel mit AI geschrieben hast und das Gefühl kennst, dass da Wissen drin steckt das du nicht mehr greifen kannst — dafür ist das Tool da.

PDFs to Agents entdecken
IV

AI als Übersetzer.

Ich kann nicht gut schreiben. Nicht im klassischen Sinn — hinsetzen, Sätze formulieren, linearen Text produzieren. Mein Kopf arbeitet zu schnell, zu parallel, zu viele Schichten gleichzeitig. Das in Text zu pressen funktioniert nicht.

Aber reden kann ich. Teilen kann ich. Ideen, Gedanken, Zusammenhänge — die sind da. Nur nicht in geschriebenen Sätzen.

Also nutze ich AI als Übersetzer. Ich teile was ich meine — in meinen Worten, in meiner Reihenfolge, mit meinen Sprüngen. AI formt das in eine Struktur die andere verstehen können. Und dann prüfe ich: stimmt das? Bin ich das? Nein → konkretes Feedback was nicht passt. Ja → bleibt.

Ein Freund hat die Texte auf meiner Webseite gelesen und gesagt: den Florian der da beschrieben wird kenne ich. Und zwar GENAU so.

Das ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis von hunderten Korrekturen über Monate. Nicht die AI hat gelernt wie ich klinge — ich habe gelernt, mich durch AI auszudrücken.

V

Die Grundprinzipien sind überall gleich.

Es gibt mittlerweile viele verschiedene AIs. Und jede hat ihren eigenen Charakter, ihre Stärken, ihre Schwächen. Das ändert sich ständig — was heute stimmt, kann morgen anders sein.

Aber die Grundprinzipien bleiben. Filter setzen. Kontext geben. Iterieren. Konkret korrigieren. Wissen was man will — oder zumindest wissen wann es NICHT stimmt.

Wer das einmal versteht, kann es überall anwenden. Das Tool ist sekundär. Was du damit machst ist alles.

VI

Wissen wer du bist.

Das ist der wichtigste Punkt. Und der der am wenigsten mit AI zu tun hat.

Kein Tool der Welt kann dir helfen wenn du nicht weisst was du willst, wie du klingst, was sich richtig anfühlt. Du kannst die besten Prompts schreiben, den meisten Kontext geben, die teuerste AI nutzen — wenn du nicht weisst wer du bist, kriegst du generische Antworten. Weil du generische Fragen stellst.

Selbstkenntnis ist das Betriebssystem. AI ist die App die drauf läuft.

Das Tool performt so gut
wie der Mensch der es benutzt.

Und ich akzeptiere kein
mittelmässiges Tool.

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